Der Umzug ins Pflegeheim

Der Umzug in eine Senioreneinrichtung, ein Alten- und Pflegeheim, ins betreute Wohnen oder in eine Seniorenresidenz stellt für den Betroffenen eine große Veränderung dar. In den meisten Fällen werden die Pflegebedürftigen von Ihren Angehörigen, Ihrer Familie, Kindern und dem Ehepartner unterstützt.

Schnell kann man dabei den Überblick verlieren: Bei einem Umzug in ein Pflegeheim sind in der Regel Vermieter, Krankenhäuser, Pflegedienste, Pflegeheime, Pflegekassen, Krankenkassen, Rentenversicherungen, der Kreis/die kreisfreie Gemeinde und viele mehr. beteiligt. Mit den einen gilt es den Bedarf festzustellen und umfangreiche Verträge abzustimmen. Mit den Behörden sind in der Regel umfangreiche Antragsverfahren zu begleiten.

Aufgabe der Wohnung bzw. Immobilie

Nachdem ein Pflegeheim gefunden ist, geht der Umzug meist schnell. Was macht man nun mit Wohnung bzw. Immobilie? Hierzu sollte man sich informieren, ob eine Rückkehr in die Wohnung gewünscht oder abgelehnt wird. Auch wenn die Rückkehr in die Wohnung bzw. Immobilie unmöglich ist, sollte die Kündigung des Mietvertrags bzw. der Verkauf der Immobilie geprüft werden.

Häufig können persönliche Gegenstände und einzelne Möbel mit in das Pflegeheim genommen werden. Klären Sie dies mit dem Heim ab.

Für die ggf. notwendige Räumung und den Transport kann man sich professioneller Helfer bedienen.

Hohe Kosten der stationären Pflege

Ein Pflegeheim verursacht erhebliche Kosten. Schnell sehen sich Betroffene und Angehörige finanziell überfordert. Doch das muss nicht sein. 

Die Finanzierung der stationären Pflege setzt sich regelmäßig aus verschiedenen Sozialleistungen, insb.

  • Pflegesachleistungen nach Pflegegrad (§ 43a SGB XI)
  • Pflegeleistungen für zusätzliche Betreuung und Aktivierung (§ 43b SGB XI)
  • Leistungszuschlag zur Begrenzung des Eigenanteils (§ 43c SGB XI)

zusammen. Diese Pflegeleistungen decken die tatsächlichen Kosten der Pflege jedoch nicht vollständig. Es verbleibt also immer ein Eigenanteil an den Kosten der Pflege. Neben diesem Eigenanteil an der Pflege sind weiter Kosten der Unterkunft und Verpflegung sowie sog. Investitionskosten zu zahlen.

Hohe finanzielle Belastung

Summiert man den Eigenanteil, die Kosten der Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten auf, sind nur wenige Pflegebedürftige in der Lage, die laufenden Kosten aus der stationären Pflege selbst zu tragen.

Sozialhilfeantrag unverzüglich stellen

Wenn Zweifel bestehen, ob die Gesamtkosten der stationären Pflege aus dem Vermögen und Einkommen des Pflegebedürftigen gezahlt werden können, sollte ein Antrag auf Sozialhilfe beim Sozialamt gestellt werden.

Soweit das Einkommen nach den gesetzlichen Berechnungen nicht ausreicht, die laufenden Kosten des Pflegeheims nebst eines Barbetrags zur eigenen Verfügung zu decken, wird das Sozialamt Sozialhilfeleistungen (z.B. Hilfe zum Lebensunterhalt, Hilfe zur Pflege) bewilligen müssen.

Das Antragsverfahren bedarf in der Regel sehr umfangreicher Belege. Verschaffen Sie sich so früh wie möglich einen genauen Überblick über die wirtschaftlichen Verhältnisse und stellen Sie alle Belege zu Einkommen und Ausgaben sowie Kontoauszüge und Sparbücher zusammen.

Besondere Vorsicht bei Immobilieneigentum

Bei Immobilieneigentum besteht in der Regel kein unmittelbar verwertbares Vermögen. Die Immobilie müsste hierzu erst verkauft und der Kaufpreis gezahlt werden. Dennoch verweisen vereinzelt Sozialhilfeträger darauf, dass Leistungen nicht oder erst mit deutlicher Verzögerung gezahlt werden müssten, da man ja seine Immobilie verkaufen könne. Die Verzögerung kann zu Inkassofällen, Zwangsvollstreckungen und sogar Kündigung des Wohn- und Betreuungsvertrags durch den Träger des Pflegeheims führen.

Kann die Immobilie nicht schnell genug verkauft werden, müsste ggf. ein Darlehen bewilligt werden. Dieses wird in der Regel durch eine Grundschuld auf die Immobilie gesichert.

Ihre Spezialisten für Pflegerecht

Der Wechsel aus der Wohnung oder eigenen Immobilie in ein Pflegeheim bzw. eine stationäre Pflegeeinrichtung ist ein besonders komplexer Vorgang, der durch viele verschiedene Zuständigkeiten (Krankenhaus, Pflegeheim, Pflegekasse, Kreis, Gemeinde, Rentenversicherung, Krankenkasse uvm.) und viele notwendige Anträge schnell überfordert.

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